Jugend — die Neue

Bad Reichenhaller Schrift für Kunst und Leben

“Im Wissen und Bewußtsein, daß das ‘Neue’ immer anders sein muß als das ‘Alte’, haben wir uns entschieden, die ‘Jugend’ wieder aufleben zu lassen. Eine Fackel weiterzutragen, die immer noch in unserem Denken vorhanden ist. Ein Feuer weiterzureichen, das immer noch in unserer aller Herzen brennt.

Kunst und Leben, Lebenskunst. Worte, die viel aussagen, wenn man sie versteht zu deuten.

Wir, die wir hinter dieser Zeitschrift stehen, sehen in Lebenskunst ein Verhalten, welches unsere Vorfahren besaßen, auch wenn nicht alles ‘Gold’ war. Das, was uns am meisten inspirierte in ihre Fußstapfen zu treten, war ihr Mut; den Mut, Dinge auszusprechen und Dinge zu kritisieren, die für ihre innere Überzeugung stand. Eine Überzeugung, geboren aus dem Herzen, der Liebe zum Leben und nicht aus der Angst.

Sie lehnten Denunziantentum ab und gingen aufrecht durchs Leben, sie konnten sich morgens im Spiegel ansehen ohne vor Scham im Erdboden zu versinken. Natürlich war nicht alles gut zur Zeit von 1896, als die Zeitung ‘Jugend’ mit ihrem Geist geboren wurde. aber eins hatten diese Menschen, diese Künstler… und zwar den Mut, ihre Kunst darzustellen und den Mut, mit ihrer Kunst aufmerksam zu machen auf Strömungen und Einschränkungen, die uns Menschen am wahren Menschsein versuchen zu hindern.

Das ganze Team der ‘Jugend — die Neue’ dankt dem damaligen Verleger Hirth und allen Künstlern für ihre Inspiration, für eine Zeitung, die außergewöhnlich war und auch heute noch ist und wir hoffen, daß auch unsere ‘Jugend’ ein klein wenig dazu beitragen kann, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

In diesem Sinne, die Kunst zu leben, richtig zu leben, voller Mut und Stolz, wie ein starker Baum, die Wurzeln tief in der Erde — in unserer, jedes Menschen verschiedener Tradition. Den Kopf hoch im Himmel, wie die Krone eines Baumes, — in unserem Glauben an unsere Vorfahren, die unser Fundament sind, frei im Fluß des Kosmos und seinen Naturgesetzen.

So hoffen wir, daß nach dem Winter nun ein neuer Frühling kommt, der den Samen in sich trägt, gute Frucht hervorzubringen, die den Mut in sich trägt, der uns zu Menschen macht.

Ana Daanan, Herausgeberin und Chefredaktion”