Florianiplatz – „Die Wurzeln des Brauchtums“

florianiplatz1Die Wurzeln des Brauchtums

„Bad Reichenhaller Erdmysterien“ – Vortrag zum Florianiviertel von Ana Daanan

Heitere Stimmung herrschte bei der Buchvorstellung des geomantischen Stadtführers zu den Kraftfeldern der Kurstadt, der „Bad Reichenhaller Erdmysterien“ von Ana Daanan im Florianiviertel. Das „Ananda“, die Yoga- und Ayurvedaspezialisten Christine und Andreas Hollard, hatte das Team des Saint Grail Verlages in ihre Räumlichkeiten eingeladen und erlebte mit Autorin Ana Daanan, Verlag und Gästen einen beseelenden Abend.

„Das Brauchtum ist wie ein Baum.“ erklärt Ana Daanan, „Es hat tiefe Wurzeln und hält alles stabil. Wenn man diesen Baum nicht pflegt und liebt, hat das weitreichende Folgen für eine Stadt.“ Gerade das Maibaumaufstellen erfülle geomantisch eine besondere Funktion, so Daanan. Durch das „Pflanzen“ des Maibaumes in die Erde auf dem Florianiplatz wird Fruchtbarkeit symbolisiert – die bildhafte Befruchtung der Erde, die dann den Reichtum und das Wachstum der Stadt hervorbringt.

Doch das praktische Ausüben der einheimischen Tradition bewirkt noch mehr. Das Florianiviertel ist nach der matrilinearen Geomantie eines der Hauptkraftfelder der Stadt – zusammen mit dem „Kurviertel“ und der Alten Saline, die jeweils einen anderen energetischen Schwerpunkt haben. Wie der Brunnen mit dem Heiligen Florian bereits andeutet, steht der älteste Teil der Stadt für das Feuer, seine Hauptfarbe in der Geomantie ist Rot, die Farbe der Lebenskraft und Veränderung.

Das am Florianiplatz praktizierte Brauchtum harmonisiert diese Energie – nicht zuletzt aus diesem Grund blieb das Viertel um den Platz beim großen Stadtbrand von 1834 als Einziges verschont. Das Florianiviertel ist als das älteste Viertel der Stadt auch ihr ursprünglicher „Geburtsort“, der „Nabel“, aus dem das alte Bad Reichenhall entstand. Wenn seine Energie durch die Tradition in Harmonie gehalten wird, wirkt es als Schutz für die beiden neueren Hauptenergien – das „Kurviertel“ und die Alten Saline.

Die Geomantin und Autorin Ana Daanan verweist auch auf den alten keltischen Ursprung vieler einheimischer Traditionen. Nicht nur das Maibaumaufstellen folgt einem alten Fruchtbarkeitskult, sondern auch der Brauch, Samen in blaue Tücher einzuschlagen – schon die Kelten wußten um den praktischen Nutzen dieser Gewohnheit, denn die Samen keimen so zwei Wochen früher.

Auch der Kramperllauf hat seinen Ursprung in einer alten keltischen Tradition. Statt dem Heiligen Nikolaus ging einem Umzug damals ein Druide voraus, danach ein junges Paar. Ihm folgten die Kramperl, deren Zug von einem Bettler abgeschlossen wurde. In der Symbolsprache wollte man damit die Zuschauern davor warnen, in der Zeit, in der sich die Energien der Erde ganz zurück ziehen, Kinder zu zeugen – die Kramperl hinderten das junge Paar daran, Kinder hervorzubringen, die durch die fehlende Erdenergie zu schwach sein und als Bettler enden würden.

Nach vielen Fragen zum einheimischen Brauchtum und den Kraftorten Bad Reichenhalls klang der Vortragsabend mit angeregten Gesprächen und Diskussionen zu Sekt und keltischer Harfenmusik aus.