Axelmannstein – „Der Geburtsort der Kurstadt“

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Das Axelmannstein – der Geburtsort der Kurstadt

Der Vortrag von Autorin Ana Daanan im Park-Kino erzählt vom Hotel Axelmannstein als Mittelpunkt Bad Reichenhalls

Sichtlich erfreut nahm Josef Loibl den Oscar für „Das beste Kino der Welt“ aus den Händen Frederik Friesenegger vom Saint Grail Verlag entgegen. Der Verlag dankte ihm damit für den großen Kinosaal und die Unterstützung bei der Buchvorstellung der „Bad Reichenhaller Erdmysterien“ von Ana Daanan. Zahlreiche Gäste waren erschienen, hatten in den Kolonnaden vor dem Kino Sekt und Canapés genossen und warteten nun gespannt auf den Vortrag der Autorin. Nach einleitenden Worten von Eileen Wolf und keltischer Harfenmusik begann Ana Daanan, über ihren Werdegang als Geomantin, ihr Buch und das System der matrilinären Geomantie zu sprechen.

Als Heilpraktikerin machte sie wiederholt die Beobachtung, daß die Gesundheit eines Menschen auch von dem Ort abhängt, an dem er sich aufhält und beispielsweise schläft. Das bewog sie, eine Ausbildung als Rutengeherin und Geomantin zu absolvieren, als Frau in einem heute eher männerdominierten Beruf. Ihr Anliegen ist es, nicht nur körperliche Symptome zu behandeln, sondern die Wurzel der Krankheit zu erkennen und den Ruf der Seele für die Erkrankten wieder hörbar zu machen.

„Geomantie ist etwas Rationales und hat ganz viel mit Naturbeobachtung zu tun.“ erklärt Ana Daanan. „Man muß mit wachen Augen durch die Natur gehen, dann spricht die Natur schon zu uns.“ In der Kurstadt Bad Reichenhall kann man dabei ganz außergewöhnliche Orte finden. Einer davon ist das heutige Hotel Axelmannstein. Es ist der „Omphalos“, der geomantische Begriff für „Bauchnabel“ – der „Nabel der Stadt“, ihr Mittelpunkt. „Der Bauchnabel symbolisiert auch, daß die Mutter Erde etwas gebiert.“ erläutert die Autorin, „Sie gebiert eine Stadt.“

Vor dem großen Stadtbrand von 1834 war der Omphalos noch am Florianiplatz, verlegte sich aber ins Axelmannstein, als sich die Stadt nach dem Brand neu ausrichtete und sich von einer Industriestadt zur Kurstadt wandelte. „Das Axelmannstein verkörpert das Schicksal Bad Reichenhalls.“ zitiert Ana Daanan Stadtheimatpfleger Dr. Johannes Lang. Schon 320 v. Chr. gab es am Ort des heutigen Hotels menschliche Aktivitäten. 1017 v. Chr. werden die damaligen Wiesen beim „Echsilmanstain“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Der Omphalos Bad Reichenhalls hat zudem ganz besondere energetische Qualitäten. Die Autorin erklärt, daß er ein Ort ist, an dem man sich gut konzentrieren kann. Außerdem ist es ein guter Platz, um mit einem höheren Bewußtsein in Verbindung zu treten und hilft dabei, hinter die Masken von Menschen zu schauen und zu erkennen, ob nach außen gezeigtes Verhalten wahrhaftig ist oder gespielt. Vermutlich lebte an dieser Stelle ursprünglich ein Mönch oder Einsiedler bei einem Felsen, als ein Orakel, das bei Problemen um Rat gefragt wurde.

Die Energie des Ortes blieb immer die gleiche, auch als später an der Stelle ein kleiner Adelssitz gebaut wurde und wiederum später ein Hotel, das vor allem von Alois Seethaler geprägt wurde, einem der größten Visionäre Bad Reichenhalls. Er iniziierte beispielsweise auch das Skispringen auf dem Predigtstuhl, von dem heute noch Filme aus den 20er Jahren erhalten und auf DVD im Park-Kino erhältlich sind. In seinem Wappen befanden sich drei Lilien, die Weisheit symbolisieren und auf seine Affinität und Nähe zur westlichen Mystik hinweisen.

Es wundert also nicht, daß Seethalers Axelmannstein im Geist des Jugendstils neu aufgebaut wurde – eine Kunstrichtung und Lebenseinstellung, die eine große Verehrung und Liebe zur Erde widerspiegelt, in floralen Ornamenten, Stuck und Fassaden, und ebenso eine tiefe Spiritualität, die heute noch die Energie Bad Reichenhalls trägt. Die symbolische Farbe, die der Omphalos in der Geomantie besitzt, ist goldgelb – die Farbe für spirituelle und weltliche Macht gleichermaßen. Wenn das Hotel daher mit Achtung, Liebe und im Geist des Platzes bewirtschaftet wird wie in früheren Zeiten von Alois Seethaler, wird es wieder erblühen.

Die Kolonnaden, in denen sich zahlreiche Geschäfte und auch das Park-Kino befinden, sind älter als das heutige Hotel und tragen die symbolische Farbe weiß, die alle anderen Farben beinhaltet. „Deswegen paßt das Kino so gut hierher, die vielen Filme, die hier gezeigt werden.“ befindet Ana Daanan.

Gut gelaunt strömen die Zuhörer nach dem Vortrag hinaus in die laue Sommerluft, unterhalten sich angeregt, stellen der Autorin Fragen und lauschen der keltischen Harfenmusik. Fast spürt man den Flair vergangener Zeiten, als in der Glanzzeit der Kurstadt Freigeister, Künstler und spirituelle Menschen von Rußland bis Indien nach Bad Reichenhall zur Kur kamen, um sich auszutauschen und sich an allem zu erfreuen, was die Kurstadt durch ihren Omphalos hervorbringen würde.