Konzertrotunde – „Der unsterbliche Klang“

konzertrotunde

Der unsterbliche Klang

„Bad Reichenhaller Erdmysterien“ – Vortrag von Autorin Ana Daanan über die heilende Wirkung von Musik in der Konzertrotunde

„In der unvorstellbaren Einheit des Klanges findet sich das höchste Zusammenwirken von Liebe, Weisheit, Erkenntnis und Freude.“ stellt der englische Komponist und Rosenkreuzer Cyril Scott fest. Um die Klänge und ihre heilende Wirkung auf den Menschen ging es auch in Ana Daanans neuem Vortrag im Rahmen der „Bad Reichenhaller Erdmysterien“- Buchvorstellungen – und manche Besucher, die neugierig an diesem Abend in die Konzertrotunde gekommen waren, gingen um Erkenntnisse reicher und mit einem erfrischten Blick auf die Musik wieder nach Hause.

Die Geomantin und Heilpraktikerin Ana Daanan beschreibt in kurzen Zügen die von ihr praktizierte Heilige matrilineare Geomantie, bei der es um die Harmonisierung von Orten und Städten geht, und damit zugleich um Streßreduzierung bei ihren Bewohnern. Die matrilineare Geomantie verwendet Symbol- und Bildsprache – eine Stadt wird als Lebewesen, wie ein Mensch, behandelt und geheilt, und wie ein Mensch hat auch eine Stadt eine Seele. Die Seele von Bad Reichenhall befindet sich in der Konzertrotunde.

Die Konzertrotunde wurde 1911/12 – der „goldenen Zeit“ Bad Reichenhalls – in einer Kombination verschiedener Baustile mit Jugendstilelementen erbaut und am Rand der Kuppel mit acht Medaillons geschmückt. Diese spiegeln das reiche mystische Erbe Bad Reichenhalls wider – sie bilden acht Prinzipien in der Gestalt schöner Frauen ab, die grundlegend für die geistige und körperliche Heilung sind: Sonne, Gebirgsluft, Salz, leichter Sport, Heilquellen, Wald, Bergwelt, das Salz und – die Musik.

Der Dirigent Gustav Paepke und seine Liebe zur Musik sorgte dafür, daß die Seele der Stadt ihren Sitz in der Konzertrotunde bezog. Mit ihrer Architektur, die sowohl das Weiblich-Runde als auch das Männlich-Gerade ausgewogen beinhaltet und den nahen Bäumen im Kurgarten, die ihre Energie spenden, ist sie ein ideales „Instrument“ für den Ausdruck der Seele – welche sich als Widerschein des Göttlichen durch den Menschen leben will.

Die Seele der Kurstadt, die Konzertrotunde, berührt zusammen mit der Musik die Seelen der Menschen, und hilft, wieder auf die leise Stimme des Herzens zu hören und angstfrei und glücklich in die Zukunft zu sehen. Besonders förderlich ist es, wenn die Töne eine Schwingung haben, die in Harmonie mit dem Kosmos ist. Schon der griechische Philosoph Pythagoras behauptet, daß das Universum erklinge und setzt die Planeten in Zusammenhang mit ihnen eigenen Tönen und Harmonien.

Auf diese Weise kann man berechnen, daß der Kammerton a die beste Schwingung hat, wenn er auf 432 Hz gestimmt ist. Schon Mozart bestand darauf, daß seine Werke in dieser Tonhöhe aufgeführt wurden – die heute übliche Stimmung von 440 Hz wurde erst 1939 beschlossen und durchgesetzt. Die Zuhörer hörten im Vortrag zwei Harfen, die auf die beiden Frequenzen gestimmt waren und durften sich „blind“ für den Klang von einer der beiden entscheiden – die Wahl fiel immer auf die 432 Hz-Harfe.

So dient die Musik als Vermittler, als Medium – wie schon die „Muse“ mit der Harfe in der Kuppel der Konzertrotunde andeutet. Bad Reichenhall war schon immer eine Stadt, die nicht nur Heilung Suchende, sondern auch Künstler, Freigeister und Heilende anzog, eine liberale und tolerante Stadt, die sich mutig im Krieg über Verbote hinwegsetzte und Musik jüdischer Komponisten spielte.

In diesem Sinn endete Ana Daanan ihren Vortrag – bevor zu Harfenmusik Canapés verspeist und Sekt getrunken wurde – mit einem Zitat von Cyril Scott: „ … erst wenn der Mensch diesen Klang im Irdischen wahrnehmen kann und von dessen göttlichem Fluidum durchdrungen ist, wird er die Ebenen ewigen Bewußtseins erreichen in der Fülle seiner unsterblichen Eigenschaften.“